Was ist Excelsa-Kaffee?

Excelsa ist eine von rund 133 bekannten Kaffeearten, neben den beiden bekanntesten Arten Arabica und Robusta (Canephora). Viele dieser weniger bekannten Arten besitzen interessante Eigenschaften, etwa eine hohe Trockenheitstoleranz, die den Kaffeesektor widerstandsfähiger gegen den Klimawandel machen könnte. Kommerziell genutzt werden die meisten davon aber bisher kaum. Arten ist Excelsa (botanischer Name: Coffea dewevrei), die ursprünglich aus Zentralafrika stammt. Die Pflanze sieht anders aus als gewohnt: größerer Baum, größere Blätter. Was Excelsa besonders macht, ist ihre Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit und Krankheiten bei gleichzeitig gutem Geschmack. Einen etablierten Markt gibt es bisher kaum, dennoch wird Excelsa in einigen Regionen angebaut. In Uganda, wo die Kaffeeart heimisch ist, geschieht das schon seit mehreren Generationen.

Warum wird Excelsa-Kaffee in Uganda angebaut?

In Uganda wird Excelsa hauptsächlich in Luweero und Zirobwe, etwa 1,5 Autostunden nördlich der Hauptstadt Kampala angebaut, in einer Kaffeeregion die besonders heiß und trocken ist. Meistens wird Excelsa gemeinsam mit Robusta, sowie Nahrungsmittelpflanzen angebaut. Obwohl es bisher keine große Nachfrage für Excelsa-Kaffee gab, bevorzugen die Landwirt:inen diese Kaffeeart, da die Bäume als Dürre- und Hitzetoleranter wahrnehmen, sowie weniger mit Schädlingen und Krankheiten zu kämpfen haben. Außerdem sind Excelsabäume deutlich Ertragsreicher und können über das ganze Jahr hinweg geerntet werden. Die Haupterntezeit fällt in eine Zeit, in der Robusta nicht geerntet wird, in der jedoch Schulgelder fällig sind und sorgt somit für mehr Liquidität für die Haushalte.

Worin unterscheidet sich Excelsa von Arabica und Robusta?

Die Excelsa-Pflanze unterscheidet sich in mehreren Punkten von Arabica und Robusta. Excelsa-Bäume können bis zu 20 Meter hoch werden und tragen sehr große Blätter von bis zu 42 cm Länge und 20 cm Breite, deutlich größer als bei Arabica und Robusta. Außerdem wächst Excelsa einzelstämmig, während Arabica und Robusta häufig mehrere Stämme ausbilden. Auch die Kaffeekirschen sind beim Excelsabaum wesentlich größer. Zusammen mit ihrer hohen natürlichen Süße verleiht das den Bohnen einen besonderen Geschmack. Zudem bleibt Excelsa auch bei höheren Temperaturen und längeren Trockenperioden produktiv, während Arabica und teilweise auch Robusta hier an ihre Grenzen stoßen. Gleichzeitig erzielt die Pflanze durch ihre Größe pro Baum Erträge von bis zu 300 kg.

Was sind die größten Hürden, Excelsa marktfähig zu machen?

Trotz des großen Potenzials, das die Wissenschaft in Excelsa sieht, gibt es noch einige Hürden auf dem Weg zu einer erfolgreichen Markteinführung. Begrenztes Wissen: Über ideale Anbau- und Verarbeitungsmethoden ist bislang nur wenig bekannt. Hier braucht es weitere Forschung und praktische Erfahrung. Aufwendige Ernte: Die Höhe der Bäume macht die Ernte arbeitsintensiv und erschwert eine effiziente Bewirtschaftung. Fehlende Qualitätsstandards: Bisher wurde Excelsa häufig gemeinsam mit Robusta als Massenware mit niedriger Qualität verkauft. Um das Potenzial von Excelsa auszuschöpfen, müssen klare Qualitätsstandards entwickelt und etabliert werden. Limitierte Verarbeitungsmethode: Da Excelsa in einer sehr trockenen Region angebaut wird, in der es nicht genug Wasser gibt um den Kaffee zu waschen (washed-Methode), kann er momentan nur getrocknet und anaerob fermentiert verarbeitet werden. Geringerer Outturn: Im Vergleich zu Arabica und Robusta ist der Anteil an verwertbarem Kaffee nach der Verarbeitung geringer, was zu höheren Verlusten führt und die Wirtschaftlichkeit beeinflusst. Marktpräferenz: Kaffee schmeckt für viele am liebsten so, wie sie ihn kennen. Neue Kaffeearten wie Excelsa bieten daher die Chance, Konsumentinnen und Konsumenten sowie Röstereien für unbekannte Geschmackswelten zu begeistern, etwa durch neue Röstungen und das Erzählen der spannenden Geschichte hinter der Bohne.

Warum wurde Excelsa bisher kaum konsumiert?

Historisch ist die globale Kaffee-Wertschöpfungskette stark von der Nachfrage geprägt: Der Großteil des Kaffees wird im globalen Süden produziert und im globalen Norden konsumiert. Lange Zeit dominierte Arabica aufgrund seines bevorzugten Geschmacks. Vor etwa 150 Jahren führte jedoch ein massiver Ausbruch von Kaffeerost zu erheblichen Schäden bei Arabica, sodass die Branche eine widerstandsfähige Alternative benötigte. Diese fand sie in Robusta. Seitdem hat sich Robusta als wichtige Art etabliert und macht heute rund 40 % des weltweiten Kaffeekonsums aus. Mit dem Klimawandel entstehen neue Herausforderungen für die Kaffeeproduktion, und Excelsa rückt zunehmend in den Fokus. Excelsa ist wärme- und trockenresistenter, liefert hohe Erträge und wird schon in kleinen Mengen kultiviert. Damit könnte Excelsa eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Kaffeeproduktion auch unter veränderten Klimabedingungen nachhaltig zu sichern.

Warum gilt Excelsa als klimaresilient?

Excelsa kann bei höheren Temperaturen und geringerer Luftfeuchtigkeit wachsen als Arabica und Robusta und ist weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Wenn Excelsa zusammen mit Robusta oder Arabica angebaut wird, kann ein klimatischer Schock oft nur eine der Arten stark treffen, da sie unterschiedliche Anbauzyklen und somit Erntezeiten haben. Zudem liefert Excelsa höhere und verlässlichere Erträge, was den Landwirtinnen und Landwirten ein stabiles Einkommen und die Möglichkeit gibt, Rücklagen zu bilden.

Wie schmeckt Excelsa-Kaffee?

Excelsa unterscheidet sich geschmacklich von Arabica und Robusta. Der Kaffee hat oft eine ausgeprägte Süße, die an Ahornsirup erinnert, sowie milchsäureartige Fermentationsnoten, ähnlich wie Joghurt oder Kefir. Weitere Geschmacksnoten können Blutorange und Schokolade sein.

Wie erhält HyCoffee Zugang zu Excelsa-Kaffee?

Wir arbeiten in Zentraluganda mit der Uganda Coffee Farmers Alliance zusammen und kooperieren dort mit verschiedenen Kaffeekooperativen, die bereits Excelsa anbauen. Zu Beginn entsprach die Qualität von Excelsa noch nicht den Erwartungen europäischer Konsumenten und Konsumentinnen, da es bisher wenig Wissen über optimale Anbau- und Verarbeitungsmethoden gab, sowie keine Nachfrage für ein hochqualitatives Produkt. HyCoffee ist wirtschaftlicher Partner eines Forschungsprojekts, in dem optimale Anbau- und Verarbeitungsmethoden untersucht und umgesetzt werden, um ein Produkt zu entwickeln, das für den europäischen Markt interessant ist. Die Landwirte und Landwirtinnen bekommen Trainings, Erntehelfer, sowie Trocknungsplanen, Solartrockner und Fermentationsbehälter zur verbesserten Verarbeitung des Kaffees. Zusätzlich arbeiten wir mit ausgewählten Champion Farmers, die mit anaerober Fermentation experimentieren. Die wissenschaftliche Forschung ermöglicht die systematische Dokumentation des generierten Wissens. Die Erkenntnisse werden veröffentlicht und können später auch auf andere Regionen der Welt übertragen werden. HyCoffee ermöglicht den Marktzugang in Europa und bezahlt den Kooperativen Preise, die 200% über dem Marktpreis von Excelsa liegen, sowie eine zusätzliche Gewinnbeteiligung für anaerobe Kaffees.

Was ist der Unterschied zwischen Liberica und Excelsa?

Bis vor Kurzem ging man davon aus, dass Excelsa (Coffea dewevrei) lediglich eine Varietät von Liberica (Coffea liberica) ist. Im August 2025 wurde Excelsa jedoch in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung als eigenständige Kaffeeart anerkannt (Davis et al. 2025). Das ist plausibel: Der Geschmack unterscheidet sich deutlich von Liberica, auch wenn die Bäume ähnlich aussehen. Auf den Betrieben, mit denen wir zusammenarbeiten, ist Excelsa sicher vertreten. Möglich ist, dass auch einige Liberica-Bäume darunter sind, da beide Pflanzen lokal unter demselben Namen „Kisansa“ bekannt und schwer zu unterscheiden sind. Anhand der Geschmacksprofile gehen wir jedoch davon aus, dass es sich beim Großteil des Kaffees, den wir einkaufen, um Excelsa handelt.

Wird Excelsa den Kaffeesektor vor dem Klimawandel retten?

Excelsa ist keine alleinige Lösung, um den Kaffeesektor vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Doch alternative, widerstandsfähigere Kaffeearten sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen Kaffeeanbau. Ein Vorteil von Excelsa: Die Art wird bereits heute von von einigen Landwirten und Landwirtinnen angebaut. Auch andere Arten wie Stenophylla gelten als vielversprechend, werden bislang aber noch kaum kommerziell kultiviert. Gelingt es, solche Arten zu erhalten, könnten sie künftig mit Arabica oder Robusta gekreuzt werden, um widerstandsfähigere Sorten zu entwickeln. Natürlich gibt es noch weitere Wege, den Kaffeeanbau an den Klimawandel anzupassen, zum Beispiel klimaresiliente Anbausysteme wie Agroforst oder regenerative Landwirtschaft, in die wir ebenfalls investieren. Bei unseren Kaffees handelt es sich entweder um klimaresiliente Arten, gezüchteten widerstandsfähigen Sorten oder Kaffee, der in klimaresilienten Anbausystemen angebaut wird. Langfristig wird es eine Kombination aus all diesen Ansätzen brauchen, damit sich der Kaffeesektor erfolgreich an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen kann.

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